KONZERT: THE SWEET - Bad Vilbel, Vilco Stadthalle

Bei einem Rock-Konzert oder sagen wir ruhig Veranstaltung sind die Location, die Organisation und das Auditorium schon ein super wichtiger Bestandteil, neben den Künstlern natürlich. Und genau deswegen als erstes ein großen Lob an die Vilco-Stadthalle Bad Vilbel, denn hier stimmt einfach alles. Das Parkhaus direkt unter der Halle, mit dem Aufzug hoch zum Eingang, hier freundliches Personal und dann am Getränkestand genug Bedienungen, um einen schnellen und reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Dazu noch eine feine, nach oben aufsteigende Tribüne mit atmosphärischer Beleuchtung. Und das dann gepaart mit einer super eingespielten, top motivierten Truppe, die einen kraftvollen und klaren Sound kredenzt. Was will man mehr an einem Samstagabend?
SWEET spielen ihren Gig ohne Vorband auf einer großen und stimmungsvoll ausgeleuchteten Bühne. Den Start der Show machen die - darf man schon sagen Evergreens? - aus “Action“ und “Hell Raiser“, die das nahzu ausverkaufte Haus schlagartig in Stimmung bringen. Das Kollektiv rund um Original-Mitglied Andy Scott macht einen Superjob. Generell hat Andy da eine feine und hochkarätige Band um sich gebaut. Nehmen wir den charismatischen Sänger Paul Manzi, der nicht nur stimmlich überzeugt, sondern auch als Frontman seine Qualitäten hat. Außerdem Bassist Lee Small, selbst ein hervorragender Sänger (LIONHEART) und hier dynamischer Bassplayer, und dazu das junge Talent Tom Cory, der als Gitarrist, Tastenmann und zusätzlich für die eingespielten Sounds (u.a. Chöre) verantwortlich ist. Und dazu kommen die großartigen Gassenhauer, die man einem Publikum so lange wie möglich live präsentieren sollte. Apropos präsentieren: was diese neue schwungvolle und hervorragende Band aus “Love is Like Oxygen“ noch zusätzlich heraus gezaubert hat, ist einfach nur großartig. Die Nummer allein war seiner Zeit schon weit voraus, aber die Performance, die hier geboten wird, mit soundmäßigen Parallelen zu DEF LEPPARD, 80er Jahre YES und, bei dem spährischen Zwischenspiel, sogar ein wenig PINK FLOYD, ist zum niederknien. Nach 14 Nummern (ca.70 Minuten) inklusive eines frühen 70er Jahre Medley, verlässt die Band erst einmal die Bühne.
Andy Scott bedankt sich vor der Zugabe bei seinem Publikum, stellt alle Musiker mit launigen Kommentaren vor und schließt mit seiner Band mit “Blockbuster“ und dem unvermeidlichen “Ballroom Blitz“ einen wunderbaren Konzertabend. SWEET ist in dieser Form eine Verheißung des Glam- und Hard Rocks. Das aktuelle Album ist bockstark und ich meine, wenn alle gesund bleiben - hier denke ich an den 77jährigen Andy Scott -, ist noch einiges zu erwarten.
Bilder: Michael Berghammer














