KONZERT: In Extremo - Burg Satzvey, Burgentour 29.08.2026

Burg Satzvey und IN EXTREMO, das hat inzwischen ja schon Tradition. Die fleißigen Spielmänner gastieren bei ihren Burgentouren regelmäßig auf Satzvey und Sänger Micha Rhein, der hier quasi Heimvorteil hat, soll dort auch privat gelegentlich gesichtet werden. Am 29. August war es also wieder mal so weit, und IN EXTREMO wären nicht IN EXTREMO, wenn sie sich nicht auch noch ein paar Freunde mitgebracht hätten, denn in guter Gesellschaft macht das Ganze ja schließlich gleich noch mehr Spaß. Und so waren dieses Mal die Kollegen von DOPPELBOCK und FABULA mit von der Partie. Zum Zeitvertreib und für das leibliche Wohl gab es obendrein auch einen kleinen Markt, der schon ab 14 Uhr seine Pforten öffnete. Der wurde auch gut angenommen und das Publikum bummelte gemütlich von Stand zu Stand, stärkte sich für die bevorstehenden Konzerte oder frönte der Shoppinglust. Letzteres wurde etwas durch das herrschende Glasverbot erschwert, das zur Folge hatte, dass sich in Glas befindliche Ware zwar erstanden, aber erst nach dem letzten Konzert herausgegeben werden durfte, durch die verlängerten Öffnungszeiten der Stände und war ein späteres Abholen aber auch kein Problem.
Vor dem Einlass auf das eigentliche Bühnengelände um 17:30 Uhr begann sich allmählich eine Schlange vor dem Eingangsbereich zur Wiese zu bilden, die für die benachbarten Getränkestände vermutlich nicht ganz unvorteilhaft war. Pünktlich um 18 Uhr ging es dann los mit DOPPELBOCK, die gut gelaunt mit feuchtfröhlich-rockigen Klängen loslegten. Songs wie das programmatische „Lecka Bierchen" wollten zum Burgen-Ambiente zwar nicht so hundertprozentig passen, sorgten aber nichtsdestotrotz für ausgelassene Stimmung. Und wo sonst bekommt schon der Dackel eines Bandmitglieds ein Lied gewidmet, weil der Rest der Welt sich gegen sein Herrchen verschworen hat und einzig der Vierbeiner loyal zu ihm zu halten scheint? Das Set verging jedenfalls wie im Flug und nach kurzer Umbaupausen ging es dann auch schon weiter: FABULA waren an der Reihe und brachten einen deutlichen Wechsel im Musikstil mit sich. Mit rein instrumentalen Mittelalterklängen wie „Nordlicht“ sorgten die Spieleute für klassische Mittelalter-Marktmusik, was sie denn auch selbstironisch kommentierten: „Auch wenn der eine oder andere jetzt wahrscheinlich denkt 'Da bin ich hier für eine Rockshow hergekommen und jetzt dudeln die da rum!' - wir sind der Bildungsteil! Genauso haben In Extremo damals nämlich auch angefangen, mit uns, vor 30 Jahren - mit Marktmusik!".
Derart aufs Mittelalter eingestimmt, blieb den Besuchern im Anschluss noch einmal eine kurze Umbaupause um über das Burggelände zu bummeln und Energie für den anstehenden Höhepunkt des Abends zu tanken. Trotz der mäßigen Wetterprognose meinte Petrus es überraschend gut mit Burg Satzvey und ihren Besuchern: es blieb trocken und auch der angekündigte starke Wind hielt sich in verträglichen Grenzen. Pünktlich um 20 Uhr war es dann so weit: IN EXTREMO betraten zu „Ólafur“ die Bühne und traten dann mit „Spielmannsfluch“ direkt aufs Gas. Die Spielleute waren bester Stimmung und baten nicht nur um den traditionellen Applaus für ihre Crew, sondern auch um ein Ständchen für Crew-Mitglied Fabian, der an diesem Tag Geburtstag hatte. Selbstverständlich leistete das Publikum Folge und Fabian durfte sich nicht nur über ein ausgesprochen vielstimmiges „Happy Birthday“ freuen, sondern wurde später auch noch mit einer Burger King-Geburtstagskrone versehen. IN EXTREMO waren derweil entschlossen, auf Satzvey ein wahres Feuerwerk abzufackeln, sowohl was die Songauswahl, als auch was die Pyrotechnik betraf. „Weckt Die Toten“, „Feuertaufe“, „Küss Mich“, „Liam“ und „Sängerkrieg“ – alle waren sie mit am Start. Auch „Vollmond“ war diesmal wieder dabei, wenn auch natürlich leider ohne Dr. Pymonte. Einzig das Fehlen von „Herr Mannelig“ stellte einen kleinen Wermutstropfen dar, aber das war Jammern auf hohem Niveau. Vor dem melancholischen „Feine Seele“ bat Sänger Micha aka Das Letzte Einhorn die Menge um Licht in Form von Handytaschenlampen oder Feuerzeugen. „Was, sind das etwa alle Handys? Ihr habt die Dinger doch sonst auch den ganzen Tag in der Hand!“ Es fanden sich dann noch genug leuchtende Displays für ein stimmungsvolles Lichtermeer und Micha versicherte, dass es auf Burg Satzvey generell immer besonders schön sei: „Ich hoffe, das haben die anderen Burgenbesitzer jetzt nicht gehört!“ Mit „Sternhagelvoll“ steuerte der Abend in schunkeliger Bierseligkeit langsam auf sein Ende zu, die Band legte mit „Rotes Haar“, „Frei Zu Sein“, „Pikse Palve“ und schließlich mit „Ai Vis Lo Lop“ zur Freude des Publikums aber noch einmal ordentlich nach, bevor dann aus Rücksicht auf die Anwohner endgültig Zapfenstreich war – von Publikumsseite aus hätte es ruhig noch weitergehen können. In diesem Sinne: auf die nächste Burgentour!
Foto Credits: Bianca Riessinger














