REVIEW: Atoned In Metamorphosis (Predatory Void)
BY Meisenkaiser
PREDATORY VOID kehren mit ihrer dritten Veröffentlichung zurück: mit der EP „Atoned In Metamorphosis“. Nach dem Vertrag bei Century Media für den Vorgänger „Seven Keys To The Discomfort Of Being“ ist die belgisch-internationale Formation mit Mitgliedern von Amenra und Cobra The Impaler nun also bei den Berliner Trüffelschweinen von Pelagic gelandet. Und da passen sie prima hin. Mit Elementen aus Sludge, Doom, Black Metal und Hardcore sorgen sie für dichte Atmosphäre in den verschiedensten Geschwindigkeiten. Über allem schwebt die prägnante Stimme von Lina R., die von anklagendem Sprechgesang bis zu hysterischem Geschrei alle Tonfarben beherrscht und dabei alle Steine aus dem Weg räumt, bis nur noch Scherben bleiben. Das verlangt von Hörerin und Hörer ein gerüttelt Maß an Resilienz, denn die Dame könnte den einen oder die andere schon mal nerven. Was PREDATORY VOID schaffen: Sie weisen energisch auf die kaputte Welt (oder geschädigte Seelen?) hin, mit ebenso kaputter, bisweilen chaotischer Struktur. Da schrauben sie dir in einem Moment mit metallischen Eruptionen dermaßen die Hirse ab, dass du dein Köpfchen suchen willst., Und das nur, um dich Sekunden später – falls du deinen Schädel wieder gefunden hast – mit geradezu zurückhaltenden Oden vollkommen zu verwirren. Und so ist „Atoned In Metamorphosis“ gleichermaßen abgrundtief hässlich wie wunderschön, dissonant wie melodiös, dreckig wie porentief rein. Keine Ahnung, ob die Musiker ein Ventil für ihre eigenen Probleme suchen, wenn, dann könnten sie ihre eigene Stellschraube spätestens mit dieser EP gefunden haben.



