REVIEW: sYn (Soulbound)
Als der Chef mir das Album schickte, war ich fest davon überzeugt, gleich von einem ordentlichen Death Metal Gewitter überrollt zu werden. Falsch gedacht. SOULBOUND liefern auf „sYn“ eine Mischung aus Industrial Metal, Wave, Alternative und einer ordentlichen Portion RAMMSTEIN Attitüde. Das ist weniger Knochenmühle und mehr Nebelmaschine mit Gitarren.
Es gibt harte Riffs, hübsche Keyboards, ein bisschen Epic Feeling und eine Härte, die niemandem weh tut. Alles klingt sehr aufgeräumt und geschniegelt, fast so, als hätte man vor jeder Aufnahme noch einmal den Staubsauger durchs Studio geschickt. Musikalisch ist das für mich ungefähr so spannend wie ein Energy Drink ohne Koffein, aber professionell ist es ohne Frage. Live wird das funktionieren und bei der Tour sicher einige Leute anziehen, die genau darauf gewartet haben.
Die Songs zielen klar auf ein breites Publikum ab, solange man vor verzerrten Gitarren nicht panisch den Raum verlässt. Für eingefleischte Kuttenträger ist das eher nichts, da wird das Bier vermutlich aus Protest stehen gelassen. Dafür freuen sich Metalcore Fans über diverse Breakdowns und stellenweise kann man sogar tanzen, was im Metalkontext ja schon fast als Mutprobe gilt.
Der Stil Mix ist gewollt bunt, mir persönlich aber deutlich zu viel. Das Ganze wirkt wie eine musikalische Wundertüte, nur dass ich am Ende merke, dass ich genau diese Sorte Süßigkeiten eigentlich nie mochte. Fans von ELECTRIC CALLBOY dürften hier allerdings strahlende Augen bekommen, was erklärt, warum ich eher ratlos dreinschaue.
Das abschließende Cover von BRITNEY SPEARS setzt dem Album dann die Krone auf und sorgt eher für ein schiefes Grinsen als für Begeisterung. Lustig gemeint, ja, aber für mich kippt das Ganze damit endgültig ins leicht Lächerliche.



