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REVIEW: Dark Thoughts with Lights Out (Cattle Hammer)

BY Meisenkaiser


Man muss kein militanter Tierschützer sein, um Bolzenschussgeräte, Tiervergasungen, industrielle Tötung – also all das, für das ein CATTLE HAMMER symbolisch steht – eklig zu finden. Wie passend, dass die Briten genauso abscheuliche Musik machen. Sie nennen es „Blackened Doom Negativity“ und treffen mit ihrem Hammer (hoffentlich nur) den Nagel damit auf den Kopf. Auch ohne Schlachthof-Fantasien dürfte der Hörer bei diesem schwarz angetünchten Doom-Shit vermutlich auch an den Tod denken – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.  Stell dir also ein Schlachthaus vor kurz nach Mitternacht. Das Licht flackert, der Boden ist kalt, die Luft schwer von Metall und Angst. Todesmaschinen stehen bereit. Genau hier setzen CATTLE HAMMER an. „Dark Thoughts With Lights Out“ ist kein Album, es ist ein Gang durch industrielle Endgültigkeit. Kein Entkommen, kein Blick zurück. Gegründet 2023 von Duncan Wilkins (Fukpig, Mistress, ex-Anaal Nathrakh), zerlegen die Menschen aus Birmingham mit Sludge, Drone und schwarzer Schwere jede Illusion von Wärme. Das Debütalbum ist wie eine Serie kontrollierter Tötungen: langsam, präzise, emotionslos und doch voller unterdrückter Panik. Der Opener "Gloomsower" öffnet die Tore. Stimmen klingen die Schreie der Tiere im letzten Transport, begleitet von düster mahlenden Riffs. Alles bewegt sich quälend langsam, wie Vieh auf dem Weg zur Rampe. Der Sound der Sludge-Doom-Droner  ist roh, ungefiltert, ohne Beschönigung. "Rotting" riecht nach Stillstand und Resignation. Der heisere Gesang spricht Todesurteile, die Riffs bilden schwere Haken, an denen die ausgeweideten Tiere hängen. Zeit verliert ihre Bedeutung, Minuten dehnen sich zu Stunden. Alles wartet nur noch auf den nächsten Schnitt. "Watchmen, Alone" wirkt wie das Aufbäumen kurz vor dem Ende. Zuckende Geräusche, hektische Ausbrüche, dann wieder dieses erdrückende Gewicht, Kontrolle geht verloren, Maschinen übernehmen. Widerstand ist zwecklos. Mit dem abschließenden "Body Puzzle" fällt das Licht endgültig aus. Gewaltige Klangblöcke kollidieren, die Stimmen der Tiere sind verstummt. Kein Chaos, sondern Funktion. Effizient. Kalt. Dieses Album fühlt sich an wie ein Schlachthaus ohne Ausgang. Unmenschlich, abstumpfend, verstörend.