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REVIEW: Infinite Journey (SCRAPER)

BY Ralf Großmann


Mit ihrem neuen Album nehmen uns SCRAPER mit auf eine unendliche Reise ("Infinite Journey") durch eine Welt aus Progressive, Thrash und (Melodic) Death Metal. Das Quintett aus Marl in NRW hat seit seinem Debut aus dem Jahr 2020 am ganz eigenen Klang geschraubt und mit dem aktuellen Album ein neues Qualitätslevel erreicht. Nicht ganz unschuldig daran dürfte Drummer Ralf Schoenberg (ex-ETERNAL DIRGE) sein, der zusammen mit Basser Simon Royal ein infernalisches Rhythmus-Duo bildet. Die beiden prägen den Sound der Gruppe maßgeblich, man höre beispielsweise den Song "Cold Resistance - Surviving the Havoc", auch wenn bei einer Metal-Band naturgemäß die Gitarren im Vordergrund stehen. Das Saitenduo aus Sebastian Lück und Tobias Wimmer ist weit entfernt von 08/15-Powerchord-Geschrubbe, sondern versteht es, die Gitarren-Parts abwechslungsreich und originell zu gestalten. Bisweilen fehlt der ein oder andere irre Solo-Ausbruch, der gut ins Klangbild passen würde, das ist aber auch schon so gut wie alles, was es an "Infinite Journey" zu kritisieren gibt. Und vielleicht ist der ein oder andere Hörer sogar ganz froh darum, nicht mit allzu viel Gedudel belastet zu werden. Viel lieber lauscht man da Shouter Carsten David, der es schafft seine harsh Vocals nicht eindimensional klingen zu lassen, ganz im Gegenteil. Wie alles bei SCRAPER hat auch sein Gesang Hand und Fuß.

Auf "Infinite Journey" breitet sich lyrisch ein dreiteiliges Konzept aus, das die Grenzen zwischen Mensch, Maschine und Bewusstsein erforscht. Thematisch passt das ganz hervorragend zur leicht futuristischen Musik. Wer Interesse an Klängen hat, die den Geist von Bands wie ANACRUSIS, VOIVOD oder THOUGHT INDUSTRY atmen, ohne diese stilistisch zu kopieren, ist bei SCRAPER goldrichtig. Es ist leider selten geworden, dass Metal-Bands solch ein eigenes Profil entwickeln und das gehört ohne Wenn und Aber unterstützt! Anspieltipps sind "Epitome of Obliteration - VII, Eradicated by I", "March of the Shattered - Heading for Blood, Out for Revenge" und das bereits angesprochene "Cold Resistance - Surviving the Havoc":