REVIEW: Godslave (GODSLAVE)
Kommen EXODUS eigentlich aus dem beschaulichen Saarland? Hört man das neue Album der Thrasher von GODSLAVE, könnte man das zumindest meinen. Fünf Jahre nach dem Ausrufezeichen des Vorgängeralbums „Positive Aggressive“ melden sich GODSLAVE zurück und servieren mit dem selbstbetitelten „Godslave“ eine amtliche Thrash Metal Breitseite. Schon der Opener „Reset, Rebuild, Reclaim“ zeigt eindrucksvoll, welche Qualität die fünf Burschen mittlerweile auf die Straße bringen. Sänger Tommy beweist dabei eine enorme stimmliche Vielfalt und wertet die drückenden Riffs zusätzlich auf. Das macht richtig Laune und sorgt dafür, dass der Einstieg sofort sitzt.
Songs wie „Repaid In Kind“ oder das abschließende „Let The Fire Come“ besitzen ordentlich Geschwindigkeit und Druck, gleichzeitig verstehen es GODSLAVE aber hervorragend, immer wieder einprägsame Melodien einzubauen. Genau diese Mischung beschert den Songs einen hohen Wiedererkennungswert und verhindert, dass „Godslave“ zu einer reinen Riffschlacht verkommt. Besonders gut gefallen mir auf dem Album die Drums von Schlagzeuger Tobi. Er begleitet die packenden Gitarren nicht einfach nur, sondern setzt immer wieder geschickt Akzente und wertet die Riffs durch seine Spielweise zusätzlich auf. Genau das macht einen guten Drummer aus. Dank des gelungenen Sounds kommt das Ganze zudem verdammt druckvoll aus den Boxen. Trotzdem ist bei GODSLAVE längst nicht alles bierernst. Bei „Part Of The Pack“ kommt durch die stimmungsvolle und herrlich eingängige Melodie sogar richtig gute Laune auf. Das Ding setzt sich schnell im Kopf fest und dürfte live problemlos dafür sorgen, dass die Meute vor der Bühne komplett mitgeht.
Wenn GODSLAVE auf der Bühne auch nur annähernd den Druck entwickeln, den sie auf „Godslave“ erzeugen, dann gehören die Jungs definitiv ins Vorprogramm von EXODUS oder OVERKILL. Ein solches Billing wäre schließlich der Traum jedes ernsthaften Thrash Metal Fans.
Unterm Strich liefern GODSLAVE richtig starken Thrash Metal aus dem Saarland, der definitiv Unterstützung verdient. Druckvolle Riffs, starke Drums, ein abwechslungsreicher Sänger und genügend Melodien, um den Songs eine eigene Identität zu geben. Warum ich trotzdem keinen Metalinside Tipp vergebe? Ganz einfach. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass GODSLAVE sogar noch mehr können und beim nächsten Album vielleicht ein echter Klassiker auf uns wartet.
Eigentlich ziemlich gemein. Denn schriftlich habe ich den Tipp damit ja gerade trotzdem abgegeben. Geiles Album!



