REVIEW: Wings Unchained (Zérak)
Die süddeutschen Prog Metaller ZÉRAK wurden 2017 durch die Zusammenarbeit der beiden Gitarristen Chris Frank und Uwe Saussele aus der Taufe gehoben. Schnell fanden sich weitere Mitstreiter und als Sextett veröffentlichte man im Jahr 2020 die Debut-EP "Serac". Auch aufgrund eines Lineup-Wechsels (Meike Fischer kam als Sängerin im Jahr 2022 neu dazu) dauerte es leider bis heuer, einen Nachfolger zu präsentieren. Das Warten hat sich jedoch absolut gelohnt. ZÉRAK zeigen sich auf "Wings Unchained" deutlich verbessert - insbesondere das Songwriting ist griffiger, aufgeräumter, einfach besser. Gleichzeitig wurden die Arrangements komplexer. Dieser Spagat ist der Band auf der 5-Track-EP mit rund 30 Minuten Spielzeit hervorragend gelungen. Besonders Meike Fischer bringt am Mikro deutlich mehr Qualität ein und macht insbesondere die beiden letzten Songs der Scheibe (das ruhig beginnende "Escape" und "Salvation") zu richtigen Prog-Ohrwürmern. Die instrumentale Fraktion steht dem natürlich in nichts nach und neben der ganz feinen Gitarrenarbeit, glänzt auch die Rhythmusgruppe und die Tasteninstrumente sind viel mehr als nur Hintergrundrauschen - ganz im Gegenteil. Der in diesem musikalischen Kontext ungewöhnliche Einsatz analoger Synthies und historischer Instrumente verleiht dem Klang der Band eine ganz besondere Textur. Wegen dieser Gesamtqualität muss man sich ernsthaft fragen, warum ZÉRAK noch keinen Label-Deal unter Dach und Fach haben. Das Zeug dazu haben sie auf jeden Fall und sind eine absolute Empfehlung für jeden Prog Metal-Liebhaber. "Wings Unchained" ist auf allen bekannten Streamingplattformen verfügbar und es gibt auch eine Auflage als CD im Digipak.



